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Wie lang können Kontaktlinsen am Tag getragen werden?

Kontaktlinsen gelten für Brillenträger als wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts. Inzwischen sind auf dem Markt unterschiedlichste Varianten erhältlich, von formstabil bis weich, von Hydrogel bis Silikonhydrogel, optisch korrigierende und kosmetische Linsen, für jeden Zweck und Augentyp. Dabei gelten allerdings für die meisten Linsen ähnliche Spielregeln.

Besonders die Tragezeit ist für den Fehlsichtigen sehr wichtig. Hält er die vorgeschlagenen Zeiten nicht ein, riskiert er deutliche Beeinträchtigungen der Sehschärfe, selbst gravierende Augenschäden sind als Folge nicht ausgeschlossen.

Bei der Anpassung über den Optiker, Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten wird eine Tragezeit für die Linsen vereinbart. Je nach Linsentyp handelt es sich um mehrere Stunden bis hin zu ganzen Tagen. Dabei ist grundlegend zu beachten: Spätestens über Nacht wird jede Linse herausgenommen, gereinigt und in der dafür geeigneten Flüssigkeit im Behälter aufbewahrt. Lediglich die seltenen und hochpreisigen Dauertragelinsen können ohne jegliche Unterbrechung über einen längeren Zeitraum auf dem Auge belassen werden.

Die Hornhaut benötigt eine regelmäßige Sauerstoffversorgung, die normalerweise größtenteils über die Tränenflüssigkeit erfolgt. Kontaktlinsenträger mit Anpassungsschwierigkeiten verwenden zwar öfters so genannte “künstliche Tränen”, um einen erhöhten Tragekomfort zu erreichen; diese Flüssigkeit kann aber die Aufgabe des Sauerstofftransportes nicht komplett übernehmen. Um der Hornhaut ausreichend Gelegenheit zur Sauerstoffaufnahme zu geben, ist die Einhaltung der maximalen Tragezeiten unbedingt erforderlich.

Wird die Kontaktlinse über einen längeren Zeitraum auf dem Auge belassen, ist dadurch nicht nur die Sauerstoffversorgung eingeschränkt. Mechanische Beschädigungen der Hornhaut, eine Aufquellung der oberen Schichten bis hin zur Teilablösung können weitere Folgen sein. Da dies in der vollen Konsequenz vom Kontaktlinsenträger nicht bemerkt werden kann, ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Hat man nicht mehr die ursprüngliche Sehschärfe wie zu Beginn der Tragezeit, kann dies ebenfalls ein Indikator einer Schädigung der Hornhaut sein.

Die Tragezeit der Kontaktlinsen sollte maximal auf die Dauer eines Tages ausgeweitet werden. Sind die Linsen reine Tageslinsen, werden sie nach dieser Tragedauer entsorgt. Monats- beziehungsweise Jahreslinsen können entsprechend länger verwendet werden, sie müssen allerdings über Nacht in der Linsenlösung aufbewahrt und zusätzlich regelmäßig gereinigt werden.

Sind die Tragezeiten eingehalten worden, ist ein Besuch beim Optiker oder Augenarzt im Jahresverlauf vorgesehen, um Veränderungen der Sehschärfe oder Beeinträchtigungen der Hornhaut rechtzeitig zu erkennen. Verbleibt die Linse aus Versehen allerdings nachts auf dem Auge, sollte man sie sofort entfernen, sorgfältig reinigen und unbedingt den Augenarzt zur Kontrolle aufsuchen. Bei einem Fremdkörpergefühl oder stärker geröteten Augen wird der sofortige Besuch ebenfalls empfohlen, da bei stärkeren Entzündungen sogar der totale Sehverlust eintreten kann.

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